Analyse der Bundestagwahl

Seit etwa 20 Jahren hat man geglaubt in Deutschland gäbe es eine strukturelle linke Mehrheit. 1990 war das Kabinett Kohl am Ende, ohne Wiedervereinigung hätte es schon damals eine Rot-Grüne-Mehrheit gegeben. Die Wiedervereinigungseuphorie setzte sich bis 1994 noch fort, aber schon bald danach ging die Mehrheit im Bundesrat verloren. Darauf folgte Rot-Grün. 2005 hätte es mit den Linken noch für eine Mehrheit gereicht, aber schon 2009 war diese Mehrheit Geschichte.

Am vergangenen Sonntag wählten knapp 51 % bürgerlich (CDU/CSU + FDP + AfD), ein deutlicher Zugewinn gegenüber den 42 % von 1998, das linke Lager (SPD + Grüne + Linke) verloren 3 %. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Was wir erleben ist eine, durch Zuwanderung bedingte, Rereligiösisierung des öffentlichen Raums, ein konservativer werden Deutschlands. Liberale Mehrheiten für gesellschaftspolitische Fragen, wie die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren oder die Frauenquote, werden Geschichte sein. Die Forderung einer Frau Gülistan Yüksel, ihres Zeichens neue Bundestagsabegordnete für die SPD, das Elternrecht, die Tochter bei der Suche des Ehemanns beraten zu dürfen, zu beachten, sind kein Betriebsunfall. Ein solch sexistischer Unsinn ist Symptom dieser Entwicklung.

Advertisements

%d Bloggern gefällt das: