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Beschneidung

25. Juni 2012

Im gegensatz zu dem was immer behauptet wird handelt es sich bei der Frage, ob nicht zustimmungsfähige Jungen mit der Einwilligung der Eltern aus medizinisch nicht-notwendigen Gründen beschnitten werden dürfen nicht um eine Abwägung zwischen dem Recht auf Körperliche Unversertheit auf der einen Seite und dem Recht auf Religionsfreiheit und der Erziehungsrecht der Eltern auf der anderen Seite, sondern es muss ausschließlich die Frage geklärt werden, ob eine Beschneidung im Interesse des Kindeswohls liegt, und ob es die Sache der Eltern ist dies zu entscheiden.

Zu den Argumenten, dass eine Beschneidung im Interesse des Kindes liegt ist folgendes zu sagen:

1) Recht auf religiöse Erziehung

Tatsächlich ist es so, dass das Fehlen der Beschneidung die Möglichkeit der Eltern ihre Kinder religiös zu unterweisen nicht einschränkt. Anderfalls könnten Mädchen nie religiös erzogen werden, und man könnte nicht als Erwachsener zu den entsprechenden Religionen konvertieren.

2) Identitätsstiftung

Für eine Identitästiftende Wirkung gilt das vorher gesagte.

3) Freiheit der Religionsausübung

Da eine fehlende Beschneidung vom zustimmungsfähigen Kind jederzeit nachgeholt werden kann, ist eine Einschränkung der Freiheit der Ausübung der Religion des Kindes nicht gegeben.

4) Erziehungsrecht

Die Beschneidung ist durch das Erziehungsrecht eben gerade darum nicht abgedeckt, da es keine kleine Beeinträchtigung, sondern eine schwere Beeinträchtigung des Kindesrechtes auf körperliche Unversehrheit ist, eben auch weil der Eingriff irreversibel ist.

Letzendlich ist das Sondergesetz zur Beschneidung eine Art gesetzliches Indianerreservat. Viele Naturvölker nehmen Körperveränderungen an Ihren Kindern vor, die nach unserem Verständnis nicht erlaubt wären.