Archive for Mai 2011

Die FDP und die Frauen(quote)

31. Mai 2011

Mit großer Mehrheit hat die FDP die Einführung einer Frauenquote auf dem letzten Bundesparteitag 2011 abgelehnt. Doch zunächst sollte man einige Fakten festhalten.

Fakt ist, dass der Frauenanteil der FDP-Parteimitglieder über die Jahre gesunken ist und jetzt mit etwa 23 % einer der niedrigsten aller großen Parteien ist. Weiterhin wählen mehr Männer als Frauen FDP. Dies war schon immer so, jedoch hat sich die Disparität bei den letzten drei Bundestagswahlen (2002, 2005 und 2009) gegenüber dem langjährigen Durchschnitt verdoppelt [pdf]. Ein geringer Frauenanteil in der Partei im allgemeinen und in leitenden Positionen im besonderen kann sich an zwei Stellen auswirken. Zum einen könnte die Partei in Außendarstellung zu männlich wirken. Zum anderen könnte sie durch Unterrepräsentation von für Frauen relevanten Themen weniger attraktiv sein.

Sollte die FDP also eine Frauenquote einführen?

Die Quote ist eigentlich dafür gedacht die institutionellen Hindernisse und die häufig unbewusst stattfindende Diskriminierung von Frauen auszugleichen. Dabei ist diese ein zugegebenermaßen grobes Instrument jedoch sollte man wenn man auf dieses verzichtet funktionierende Alternativen entwickeln. Dies ist der FDP bisher nicht gelungen.

Auf der anderen Seite, ist die Quotenlosigkeit ein Alleinstellungsmerkmal und ein Aushängeschild der Liberalen, das man nicht leichtfertig aufgeben sollte.

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Draw Mohammad day revisited

4. Mai 2011

The 20th of May, the next draw Mohammad day, is coming up. Therefore I would like to take the opportunity to examine some objections raised against that event last year.

A list of objections can be found on the blog “The Meming of Life”. I don’t find most of the arguments compelling but this one:

In addition to some thoughtful opinion pieces, several people have offered convincing analogies. “There are campaigns to remove Mark Twain’s books from school libraries [because of the use of the word ’nigger‘],” said FB friend Bruce Ayati. “Would a campaign to use that racial slur, only to prove you can, be the right thing to do?”

This analogy has two problems:

First the prohibition of drawing Mohammad is an absolute one. You can not draw Mohammad without drawing Mohammad. In contrast you could still talk about black people without using the word ’nigger‘. No amount of insulted feelings can equalize the potential loss in freedom of speech.

Second the removal of Mark Twain’s books form school libraries is not quite the same as death threats against people who draw Mohammad. And these death threats are after all what this is all about. Hurt feelings do not in any way justify serious death threats and it carries a certain irony that the one issuing the death threats a year ago might be the successor of Osama bin Laden.

Der Tod von Osama bin Laden – Ein Zwischenruf

4. Mai 2011

Es ist weder moralisch gerechtfertigt sich über den Tod eines Menschen zu freuen, noch stattliche Selbsjustiz zu üben. Dennoch glaube ich, dass man die Liquidation von Osama bin Laden rechtfertigen kann. Ein Gerichtsverfahren hätte keinen wesentlichen Erkenntnisgewinn erbracht und kann daher als verzichtbar betrachtet werden.

Die Liquidierung von Osama bin Laden ist als eine Art Akt von psychologischer Kriegsführung vergleichbar mit den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki zu sehen, der der Abschreckung dienen und dadurch Menschenleben schützen soll. Um das Ganze etwas auszuführen: Die islamische Welt betrachtet uns im Westen als Weicheier und daher ist es angebracht an der richtigen Stelle ein Exempel zu statuieren. Ich denke daher schon, dass unter diesen außergewöhnlichen Umständen eine solche Aktion gerechtfertigt war. Wichtig bleibt in diesem Zusammenhang dennoch den rechtlich und moralisch unhaltbaren Zustand von Guantanamo zu benden.

Strategisch wichtiger wäre vermutlich die Liquidierung von Anwar al-Awlaki, ein potenzieller Nachfolger von Osama bin Laden, gewesen, nur ist der dummerweise auch amerikanischer Staatsbürger.