Thilo Sarrazin – Deutschland schafft sich ab – Fragmente – Nr. 1

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Sarazzins Buch wurde die Forderung erhoben, Sarazzin solle aus dem Vorstand der Bundesbank entfernt werden. Vordergründig stellt sich die Frage ob diese berechtigt ist. Zum einen kann man argumentieren, Sarazzin sei geistig nicht in der Lage das Amt zu bekleiden, und dies hätte sich erst durch die Veröffentlichung des Buches gezeigt. So wird jedoch niemand Argumentieren wollen. Zum anderen, dass er dem Ansehen der Bundesbank im speziellen und der Bundesrepublik Deutschland im allgemeinen schade. Dies ist auf den ersten Blick ein eher schwaches Argument. Wer kennt schon die Mitglieder des Vorstandes der Bundesbank. Man wird auch einwenden, Sarazzin habe das Buch als Privatmann veröffentlicht, seine Tätigkeit als Vorstand habe mit dieser Angelegenheit nichts zu tun.

Jedoch greift hier ein Mechanismus einer selbst erfüllenden Prophezeiung. Obwohl er das Buch als Privatmann veröffentlicht hat, wird es doch durch die Berichterstattung, die die Position bei der Bundesbank erwähnt, unfreiwillig zu einem Teil des Ansehens dieser Institution. Daher ist es fast unvermeidlich, dass die Publizistisch Tätigkeit nicht von seinen anderen Tätigkeiten getrennt werden kann.

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