Archive for September 2010

Wissenschaftsjournalismus mal anders

30. September 2010

Wer schon immer mal wissen wollte wie Wissenschaftsjournalismus funktioniert, der sollte dies lesen. Die Kommentare sind ebenfalls ganz interessant. (via)

Ein witziges Video zum gleichen Thema:

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Thilo Sarrazin – Deutschland schafft sich ab – Fragmente – Nr. 2

21. September 2010

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Sarazzins Buch „Deutschland schafft sich ab“ wurde die Forderung erhoben, Sarrazin möge aus dem Vorstand der Bundesbank ausscheiden. Daher stellt sich die Frage, ob diese Forderungen gerechtfertigt waren. Ich habe mir die Frage gestellt, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass Sarrazin Mitglied des Vorstandes der Bundesbank wurde, da seine Ansichten vorher hinreichend bekannt gewesen sein mussten. Und dies ist genau der entscheidende Punkt. Niemand spricht über die tausende Fälle in denen jemand eine Position gar nicht erst bekommen hat, weil er Meinungen vertreten hat, die zwar nicht unmittelbar die Eignung für die Position in Frage stellten,  aber zu unbequem waren. Wenn man unbequeme Meinungen vertritt, muss man jedoch damit rechnen, dass dies auch bei damit nicht in Zusammenhang stehenden Angelegenheiten Konsequenzen hat. Wobei es eine andere Frage ist, ob dies gut ist.

Daher ist die Aufregung über die Rücktrittsforderung ziemlich selektiv.

Thilo Sarrazin – Deutschland schafft sich ab – Fragmente – Nr. 1

19. September 2010

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Sarazzins Buch wurde die Forderung erhoben, Sarazzin solle aus dem Vorstand der Bundesbank entfernt werden. Vordergründig stellt sich die Frage ob diese berechtigt ist. Zum einen kann man argumentieren, Sarazzin sei geistig nicht in der Lage das Amt zu bekleiden, und dies hätte sich erst durch die Veröffentlichung des Buches gezeigt. So wird jedoch niemand Argumentieren wollen. Zum anderen, dass er dem Ansehen der Bundesbank im speziellen und der Bundesrepublik Deutschland im allgemeinen schade. Dies ist auf den ersten Blick ein eher schwaches Argument. Wer kennt schon die Mitglieder des Vorstandes der Bundesbank. Man wird auch einwenden, Sarazzin habe das Buch als Privatmann veröffentlicht, seine Tätigkeit als Vorstand habe mit dieser Angelegenheit nichts zu tun.

Jedoch greift hier ein Mechanismus einer selbst erfüllenden Prophezeiung. Obwohl er das Buch als Privatmann veröffentlicht hat, wird es doch durch die Berichterstattung, die die Position bei der Bundesbank erwähnt, unfreiwillig zu einem Teil des Ansehens dieser Institution. Daher ist es fast unvermeidlich, dass die Publizistisch Tätigkeit nicht von seinen anderen Tätigkeiten getrennt werden kann.