Die Mär von der Krankenschwester, die dem Chefarzt das Studium finanziert

Man kann sicher über die Frage diskutieren, ob es sinnvoll ein kostenfreies Studium zu ermöglichen. Jedoch ist das vielzitierte Bild von der Krankenschwester, die dem Oberarzt sein Studium finanziert fragwürdig. Ein Oberarzt verdient mehr als eine Krankenschwester und zahlt dementsprechend mehr Steuern. Hinzu kommt, dass die Krankenschwester von steuerfreien Nacht- und Sonntagszuschlägen sowie von einem kostenlosen Kitaplatz, für den der Oberarzt kräftig dazu zahlen muss, profitiert. Unter dem Strich sicher kein schlechter Deal für die Krankenschwester.

Im allgemeinen haben Akademiker höherbezahlte Jobs zahlen daher durch die Progression überproportional mehr Steuern. Ob Nicht-studierte daher für Studierte tatsächlich das Studium finanzieren ist daher fraglich. Wenn überhaupt ist es eher so, dass gutverdienende Nichtakademiker das Studium mitfinanzieren. Da aber inzwischen auch ein Handwerksmeister, der in diese Kategorie fällt, studieren darf, ist er es ja „eigentlich“ selbst schuld, wenn er diese Leistung des Staates, für die er ja ohnehin schon bezahlt hat nicht in Anspruch nimmt.

Interessant ist, um bei dem Arztbeispiel zu bleiben noch ein weiteres Aspekt. Müssten die Ärzte ihr Studium selbst finanzieren, das Medizinstudium gehört mit zu den teuersten Studiengängen, so müssten diese Kosten ja wieder refinanzieren. Letztendlich liefe das auf eine Erhöhung der Ärztehonorare hinaus (wohl mit ein Grund, warum der Arztbesuch in den USA teuer ist). Somit zahlen als diejenigen, die selten krank sind, selten zum Arzt gehen, über die Krankenkassenbeiträge, für diejenigen, die häufig zum Arzt gehen. Ähnliche Überlegungen kann man auch auf dem Gebiet der Rechtspflege anstellen. Nur bei den Lehrern würde es keinen Unterschied machen, da diese fast ausschließlich für den Staat arbeiten.

Link zum Thema:

Das Antibürokratieteam frist die Reichen.

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