Eine persönliche Wahlanalyse

Wahlanalyse sollte man eigentlich nicht betreiben, ohne die entsprechenden statistischen Daten zur hand zu haben. Jedoch ist die vergangene Wahl auch so bemerkenswert. Viele fragen sich, wie die FDP so gut abschneiden konnte, in der Krise des Kapitalismus wählen die Menschen die marktorientierteste Partei. Vielfach wird unterstellt, Westerwelles Kalkül sich klar gegen die Ampel auszusprechen sei aufgegangen. Ich denke aber, dass dieser Punkt nur im Zusammenhang Sinn macht. Als CDU-Anhänger, der ich eine Große Koalition fürchten muss, wäre es doch unklug FDP zu wählen. Außer ich spekuliere, dass es für schwarz-gelb nur mit Überhangmandaten reicht. Dann macht ein Splitting wiederum Sinn. Vielleicht hat aber auch das deutlich sozialer Profil, mit dem die FDP angetreten ist, die FDP für mehr Menschen wählbar gemacht. Bleibt zu hoffen, dass sie davon nicht zu viel umsetzen muss.

Die SPD steht vor einem interessanten Problem. Sie hat 2 Mio. Wähler verloren, die lieber zu Hause geblieben sind. Nun ist die Frage wie weit sie sich nach Links bewegen kann, um diese zurückzugewinnen ohne gleichzeitig Wähler zu viele Wähler an Union oder FDP zu verlieren. Ist noch Platz für eine Sozialdemokratische Volkspartei zwischen der Linken und der Union?

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