Nachlese zum Wahlkampf

Der Wahlkampf soll ja besonders langweilig gewesen sein. Bei einer amtierenden großen Koalition, aus der heraus man sich ja schlecht gegenseitig die Fehler der letzten Regierungszeit vorwerfen kann und einer Opposition, die mit jeweils einer der großen Parteien regieren möchte, war das Maß an Spannung erwartbar. Welche Themen hätte es denn geben können? Die Bewältigung der Wirtschaftskrise? Wenn eine Partei gute Vorschläge hätte, die Krise zu bewältigen ohne ein enorme Arbeitslosigkeit und oder einen enormen Schuldenberg zu hinterlassen wäre das ein Wunder. Die Reform der sozialen Sicherungssysteme? Ein Dauerbrennerthema, zu dem gerade in Wahlkampfzeiten nichts vernünftiges zu hören ist. Afghanistan wurde von den Linken in die Manege geworfen, was ein durchaus interessantes wenn auch weniger wichtiges Thema gewesen wäre.

Interessant wäre die Frage gewesen, wie man solchen Krisen zukünftig besser vorsorgt. Wie reguliert man den Finanzmarkt, ohne ABS oder CDS gleich ganz zu verbieten? Ist eine Börsenumsatzsteuer das richtige Mittel oder sollte bei Basel II nachgebessert werden, dass mit der risikoadäquaten Eigenkapitalunterlegung in die richtige Richtung geht, aber deren geforderte Deckung zu niedrig ist. Ich frage mich bis heute, wie eine Begrenzung der Managergehälter hier etwas beitragen kann. Verhindert die Begrenzung etwa, dass die so begrenzten Manager wieder das Portfolio ihres Unternehmens mit Schrottanleihen vollpacken und beim nächsten Mal der Staat nicht mehr dafür in die Bresche springen muss?

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